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E-Rechnung · 4 Min. Lesezeit

XRechnung oder ZUGFeRD: Welches Rechnungsformat passt zum Auftrag?

XRechnung und ZUGFeRD im praktischen Vergleich: XML, PDF, Profile, Empfängervorgaben und Prüfschritte für Rechnungen im Handwerksbetrieb.

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Die Dokumentliste erleichtert die Zuordnung; für das Rechnungsformat sind die ausgegebenen Dateien entscheidend.

Erst den Empfänger klären, dann das Format wählen

Ein Auftraggeber verlangt eine XRechnung, ein anderer möchte ein ZUGFeRD-PDF. Beide Begriffe gehören zur strukturierten elektronischen Rechnungsstellung. Für Ihr Büro macht die Wahl trotzdem einen Unterschied: Sie bestimmt, welche Datei Sie versenden, wie Sie deren Inhalt kontrollieren und was der Empfänger verarbeiten kann.

Beginnen Sie beim Auftrag mit einer kurzen Abstimmung: Welches Format und welche Version werden angenommen? Gibt es eine Bestellnummer oder Käuferreferenz? Soll die Rechnung per E-Mail oder über ein Portal eingereicht werden? Halten Sie die Antworten beim Vorgang fest, damit die Rechnung nicht erst nach Fertigstellung an einer formalen Rückfrage hängen bleibt.

XRechnung: Die Rechnung liegt als XML vor

XRechnung bildet Rechnungsangaben in einer strukturierten XML-Datei ab. Für die lesbare Darstellung wird ein geeigneter Viewer verwendet. Der Standard unterstützt die Syntaxen UBL und CII; die bloße Dateiendung XML sagt daher noch nichts über die Einhaltung aller Formatregeln aus. Die KoSIT beschreibt Standard, Prüfregeln und Visualisierung.

Ein praktisches Beispiel: Sie erhalten eine Datei, die ein Texteditor mit vielen technischen Feldnamen öffnet. Sie müssen diese Felder nicht selbst lesen. Öffnen Sie die Datei in einer geeigneten Rechnungsansicht und kontrollieren Sie die dargestellten Werte. Bewahren Sie daneben die ursprüngliche XML-Datei auf.

ZUGFeRD: Sichtbare Rechnung mit eingebetteten Daten

In seiner hybriden Ausprägung verbindet ZUGFeRD ein PDF/A-3-Dokument mit eingebetteten XML-Rechnungsdaten. Das PDF liefert die vertraute Ansicht; die XML-Daten ermöglichen die maschinelle Verarbeitung. Diesen Aufbau erläutert das Forum elektronische Rechnung Deutschland.

Ein gewöhnliches PDF wird durch seinen Dateinamen oder durch den E-Mail-Versand nicht zu ZUGFeRD. Auch eine zusätzlich angehängte beliebige XML-Datei genügt nicht automatisch. Entscheidend sind das konkrete Format, die enthaltenen Daten und das verwendete Profil.

Laut BMF-FAQ zur E-Rechnung erfüllen ZUGFeRD-Versionen ab 2.0.1 mit Ausnahme der Profile MINIMUM und BASIC-WL grundsätzlich die umsatzsteuerlichen Formatanforderungen. Bei hybriden Rechnungen sind bei Abweichungen die strukturierten Daten maßgeblich. Prüfen Sie deshalb auch die aus XML erzeugte Ansicht.

Die Formate im Büroalltag vergleichen

Prüffrage XRechnung Hybride ZUGFeRD-Rechnung
Welche Datei enthält die Rechnungsdaten? Eine strukturierte XML-Datei XML innerhalb eines PDF/A-3-Dokuments
Wie lesen Mitarbeitende den Inhalt? Über eine Visualisierung der XML-Daten Über die PDF-Ansicht und die Visualisierung der eingebetteten Daten
Was wird beim Eingang gesichert? Die ursprüngliche XML-Datei samt relevanten Anlagen Das vollständige Originaldokument mit eingebetteten Daten und relevanten Anlagen
Was ist vor dem Versand zu klären? Angenommene Version, Referenzen und Übermittlungsweg Angenommenes Profil, Version und Übermittlungsweg

Beide Wege benötigen eine inhaltliche Kontrolle. Ein technisch lesbarer Datensatz bestätigt beispielsweise nicht, dass die abgerechneten Mengen tatsächlich geliefert wurden.

Bei Behörden gelten konkrete Annahmebedingungen

Für Rechnungen an die Bundesverwaltung ist grundsätzlich XRechnung in der jeweils gültigen Fassung vorgesehen. Andere Formate können zulässig sein, wenn sie die maßgeblichen Anforderungen erfüllen. Ein ZUGFeRD-PDF lässt sich deshalb nicht pauschal mit einer beim Bund angenommenen XML-Rechnung gleichsetzen. Beachten Sie die Formatvorgaben des Bundes und die Angaben Ihres Auftraggebers.

Die Leitweg-ID dient bei Bundesrechnungen der Zuordnung zur empfangenden Stelle. Fragen Sie die richtige Kennung beim Auftraggeber ab. Die Bundesinformationen zur Leitweg-ID erläutern ihre Verwendung. Übertragen Sie diese Anforderung nicht ungeprüft auf jeden gewerblichen Kunden.

Fünf Kontrollen vor dem Versand

  1. Die fertige Datei prüfen: Verwenden Sie die ausgestellte Rechnung und nicht nur eine Bildschirmvorschau.
  2. Daten sichtbar machen: Kontrollieren Sie den strukturierten Inhalt mit einer passenden Anwendung; bei ZUGFeRD zusätzlich die Übereinstimmung mit dem PDF.
  3. Fachlich abgleichen: Prüfen Sie Anschrift, Leistungszeitraum, Mengen, Preise, Steuerangaben und Bezüge auf vorausgegangene Dokumente.
  4. Technisch validieren: Eine Prüfung gegen die vorgesehenen Regeln kann Formatfehler aufdecken. Sie ersetzt nicht die fachliche Prüfung des Geschäftsfalls.
  5. Übermittlung abschließen: Kontrollieren Sie die Rückmeldung des vereinbarten Versandwegs und bewahren Sie die versandte Originaldatei auf.

Den Ablauf mit Hassolux verbinden

Hassolux unterstützt bei ausgestellten Rechnungen strukturierte XML-Daten und deren Einbettung in die PDF-Ausgabe. Für die konkrete Empfängeranforderung prüfen Sie die tatsächlich erzeugte Datei. Demodokumente enthalten keine E-Rechnungsdaten; auch Entwurf und finale Ausgabe erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Die Produktseite Angebote und Rechnungen und der Leitfaden Rechnungen in Bauprojekten helfen bei der Organisation. Die E-Rechnungsfristen fürs Handwerk erklären den gesetzlichen Zeitplan. Für die Ablage lesen Sie Buchhaltung vorbereiten; Hilfe und Preise ergänzen den Einstieg.

Stand: 6. Oktober 2026. Prüfen Sie Formatversion und Empfängervorgaben bei der Einrichtung und bei Änderungen erneut.